Handball - Die Recken

In letzter Minute drei Tore aufgeholt

TSV Hannover-Burgdorf holt in Leipzig einen glücklichen Punkt

Zu einem äußerst schmeichelhaften 29:29 (14:16) kam Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf beim Neuling SC DHfK Leipzig. Die TSVer schienen völlig von der Rolle zu sein, verschliefen gleich die Anfangsphase, als nacheinander zweimal Christophersen, Patrail, Schmidt und per Siebenmeter Lehnhoff verwarfen. Dies nutzten die Leipziger zur 4:0-Führung. Es folgte ein wahres Festival der verworfenen Bälle. Bis zum Seitenwechsel brachten die TSVer 17 Bälle nicht ins Tor – rekordverdächtig. Nur gut, dass die Gastgeber ebenfalls ersatzgeschwächt antreten mussten – ansonsten wäre bereits zur Pause eine Vorentscheidung gefallen. In den zweiten 30 Minuten zeigten sich die Burgdorfer zunächst erheblich konzentrierter und alles deutete auf eine Wende im Spiel hin. Bereits in der 35. Minute konnte Timo Kastening mit dem 18:17 die erste TSV-Führung erzielen. Doch anstatt sich weiter abzusetzen, verwarf Lars Lehnhoff seinen zweiten Siebenmeter. So zogen die Gastgeber auf 25:22 davon. Nach einer Roten Karte für Eric Schmidt und einer Gelben für Mikael Hykkerud waren die Gäste plötzlich zwei Spieler weniger auf dem Feld. Gut für TSV, dass die Leipziger hieraus keinen größeren Vorteil schufen. Dem 29:25 folgte durch Torge Johannsen das 29:26 zwei Minuten vor dem Ende. In der letzten Spielminute überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst gab es eine Zeitstrafe für einen Leipziger, dann traf Christophersen zum 27:29, anschließend kassierte ein weiterer DHfK-Spieler eine Zeitstrafe. Dies nutzte Torge Johannsen zum 28:29-Anschluss. Nach einer Semisch-Parade im Burgdorfer Tor machte Morten Olsen  acht Sekunden vor der Schlusssirene von der Rückraumitte mit dem 29:29 das Unmögliche doch noch wahr und rettete seiner Mannschaft einen nicht mehr für möglich gehalten Punktgewinn.

Ingesamt gesehen war die Vorstellung der TSV Hannover-Burgdorf alles andere als berauschend. Mit 28 Fehlwürfen gab es über einen langen Zeitraum ein kollektives Versagen im Angriff. Dies allein auf das Fehlen von Kai Häfner und Runar Karason zu schieben, wäre falsch. Immerhin die Aufholjagd in der Schlussminute zeigt die Moral dieser Mannschaft, die sich damit in der Tabelle auf den sechsten Platz verbessern konnte.

„Wir hatten hinten raus auch das notwendige Glück, um die Partie noch zu drehen. So einen Endspurt habe ich noch nicht erlebt. Ich muss die Mannschaft dafür loben, dass sie sich nie aufgegeben hat“, erklärte Trainer Jens Bürkle.

Am Rande notiert: In der 12. Minute erzielte Torge Johannsen mit dem 5:6-Anschlusstreffer sein 1000 Bundesliga-Tor für Flensburg und TSV Hannover-Burgdorf.

TSV Hannover-Burgdorf: Semisch, Ziemer – Christophersen (6), Johannsen (6/3), Mortensen (3), Hykkerud (3), Lehnhoff (3/1), Szücs (2), Olsen (2), Kastening (2), Schmidt (1), Patrail (1), Y. Dräger, Pollex.

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In letzter Minute drei Tore aufgeholt

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