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Wirtschaftsministerium für Stärkung des stationären Handels

von Michael Pohlgeers

Der Streit zwischen dem Bundeskartellamt und Markenherstellern, die Vertriebsbe- schränkungen gegen Online-Händler ausgesprochen hatten, wurde nun vom Bundeswirtschaftsministerium aufgegriffen. Das Ministerium erlaubt Markenherstellern künftig, den stationären Handel mit finanziellen Vergütungen gegen den Online-Handel zu stärken.

 

 Bildnachweis Vladimir Koshkarov via Shutterstock

Der Streit zwischen dem Bundeskartellamt und den Markenherstellern, die den stationären Fachhandel unterstützen wollen, hat offenbar eine Lösung gefunden: Wie markt intern berichtet, hat sich das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) eingeschaltet und entschieden, dass Markenhersteller den stationären Handel mit finanziellen Vergütungen unterstützen dürfen. Damit könne der Fachhandel wettbewerbskonform gegen den Online-Handel gestärkt werden.

 

 

Markenhersteller können dem "verständlichen Missmut" begegnen

 

„Ein Hersteller kann mit seinen Händlern qualitative Anforderungen für den Vertrieb seiner Produkte vereinbaren und spezifische Kosten des stationären Vertriebs durch umsatz- oder mengenunabhängige Fixzuschüsse abgelten“, erklärte das BMWi laut markt intern gegenüber dem Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch. „Hierdurch kann der Fachhandel auch preislich wettbewerbsfähig bleiben. Mit solchen Zuschüssen kann auch dem verständlichen Missmut derjenigen stationären Händler begegnet werden, die einen Kunden ausführlich beraten, bevor dieser das gefragte Produkt im Internet günstiger kauft.“

 

Markenhersteller hätten bereits mehrfach in der Vergangenheit versucht, die Leistungen des stationären Handels, wie etwa eine ausführliche Kundenberatung vor Ort, mit finanziellen Zuschüssen zu unterstützen. Das Bundeskartellamt habe eine solche Praxis aber als Benachteiligung des Online-Handels eingestuft und dementsprechend untersagt. Die Entscheidung des Ministeriums könnte diesen Streit nun beenden.

Bundeskartellamt kritisiert Vertriebsbeschränkungen

 

Immer wieder wurde bekannt, dass Markenhersteller Vertriebsbeschränkungen ausgesprochen hatten, um den Verkauf ihrer Produkte im Internet zu verhindern. Das Bundeskartellamt hatte diese Vertriebsbeschränkungen, etwa von Adidas oder Asics, immer wieder beanstandet. Im Januar dieses Jahres hatte das OLG Düsseldorf entschieden, dass Vertriebsbeschränkungen in Form einer Fachhandelsvereinbarung unzulässig sind. Auch das OLG Schleswig hatte im Juni die Vertriebsbeschränkungen des Elektronik-Herstellers Casio Europe für rechtswidrig erklärt.

 

Quellennachweis: OnlineHaendler-News.de...

von Michael Pohlgeers

 

 

 

 

 

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